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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 330 mal aufgerufen
 Nachdenkliches
Die Rabauken Offline




Beiträge: 6.244

03.02.2013 23:48
RE: Mein Gott, wie haben wir das nur überlebt?! Antworten

Da is was dran, das hing letztens am "Schwarzen Brett" eines Lokals in dem wir essen waren und grade hab ich mich daran erinnert und es mal gesucht:

Worte an Eltern und Kinder der „Pack' mich in Watte“ Gesellschaft!

Wenn Du ein Kind der 50er, 60er oder der frühen 70er Jahre bist, in diesen Zeiten groß wurdest, ist es zurückblickend
eigentlich kaum zu glauben, dass WIR so lange, bis Heute, überleben konnten!
Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurt und ohne Airbag. Unsere Kinderbettchen strahlten in bunten
Farben, voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen,
genauso wie die Flaschen mit Lösungs-, Reinigungs- und Bleichmitteln. Essigessenz war noch hochprozentig.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere kleinen Fingerchen. Scheren und aufgebogene
Haarklemmen passten irgendwie genau in die Steckdose, Kindersicherungen gab's noch nicht . . .

Wir bauten Rennwagen, Seifenkisten, und entdeckten während der ersten Schussfahrt den Hang hinab, dass wir
die Bremse vergessen hatten. Selbst damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Blaue Flecke, aufgeschlagene
Knie, Schürf- und Platzwunden, Zahnlücken auch . . .

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein,
wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
Abends wurden wir von unseren Müttern und Vätern splitternackt unter die Dusche gestellt und anschließend am
ganzen Körper frottiert, ohne latente pädophil vermutete Lust . . .

Wir haben uns geschnitten, brachen uns Arme und Beine, verloren Zähne und niemand wurde deswegen verklagt.
Waren eben nur Unfälle . . . Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach „Aufsichtspflicht“.
Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt bis blau - Klassenkeile eben. Damit mussten wir leben, denn
es interessierte die Erwachsenen nicht. Aber, wir wussten auch, bei Nasenbluten war Schluss . . .

Wir aßen Äpfel vom Baum, ungewaschen, und tranken Fassbrause dazu ohne Ende. Wir aßen Kekse, Brot mit dick
Butter drauf, und wurden trotzdem nicht zu dick. Cerealien und probiotisch links- oder rechtsdrehende Kulturen
verdarben uns noch nicht den Appetit. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen, wir tranken mit unseren Freunden
aus einer nicht leichtwiegigen, unkaputtbaren Flasche und niemand starb an den Folgen.
Wir hatten keine Playstation, Nintendo 64, Videospiele, keinen eigene Fernseher, 64 TV-Kanäle, Videos oder DVD's,
Surround-Sound, Computer oder virtuelle Internet-Chat-Rooms . . .

Dafür hatten wir was anderes. Wir hatten ein Kinderzimmer.
Nein, es kommt noch besser:Wir hatten noch richtige Freunde!
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten schnurstracks zu deren Wohnung,
standen einfach an der Wohnungstür und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach
rein. Unangemeldet und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte und keiner holte uns . . .

Wir peitschten den Holzkreisel, wir murmelten mit Lehmbollatschern, Glasern und Stahlern, wir titscherten mit
Pfennigen und bauten Erbsencolts aus hölzernen Sturmwäscheklammern und zerschnittenen Fahradschläuchen
und Katapulte aus Astgabeln auch. Wir bauten Rohrbomben aus in „Unkraut-Ex“ getränktem Toilettenpapier und
Blitzbeuteln. Wir bauten Erdhöhlen in die Tiefe und zimmerten Baumhäuser in der Höhe. Wir liefen Rollschuh,
helmlos, ohne Knie- und Ellenbogenschoner. Auf dem Fahrrad, dem Drahtesel, trugen wir nie einen Helm.
Wir waren mutig. Wir aßen Maikäfer und Würmer - Mutproben eben . . .

Wir sammelten im Frühjahr abgestoßene Kuhhörner zwischen echten, riesengroßen nichtlilanen Kühen.
Wir hielten uns mit dem Fahrrad an Pferdewagen fest, wir sprangen am Rangierberg auf abgestoßene Güterwagen
und fuhren ein Stück mit. Abenteuer des Schienenstrangs.
Und all die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, keiner
wurde erschossen und durch Stöcke, fliegende Erbsen, Pfeile und Krampen verloren nur kaum zählenswerte
Äuglein ihr Licht, nur ganz wenige stürzten ab oder wurden verschüttet . . .

Beim Straßenfußball oder Prellball durfte nur mitmachen, wer gut wirklich gut war. Dicke und Luschen wollte
keiner, die bildeten den nasenberümpften Rest.
Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, sie rasselten durch Prüfungen und blieben einfach nur sitzen.
Das führte nicht zwangsläufig zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Herabstufung ihrer selbst.
Unsere Taten hatten natürlich manchmal auch Konsequenzen.
Da biß die Maus keinen Faden ab, keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns mit dem Gesetz kollidierte,
war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauten.
Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! Und 'ne Ohrfeige gab's noch dazu . . .

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Wir hatten Freiheit, Erfolge und Misserfolge, aber auch Verantwortung.
Mit alldem wussten wir irgendwie gut umzugehen. . .

Und welch Wunder, kaum zu glauben, wir leben immer noch . . .




Es grüßen Die Rabauken & ihre Dosi Rosie

Rollbraten Offline




Beiträge: 8.611

04.02.2013 14:03
#2 RE: Mein Gott, wie haben wir das nur überlebt?! Antworten

Das regt zum nachdenken an Rosi
einige Sachen sehe ich heute anders zum Beispiel die Anschnallpflicht finde ich wichtig
Äpfel vom Baum esse ich heute immer noch am liebsten ungewaschen ja um einiges wird mehr tam tam gemacht
Handy für mich persönlich die beste Erfindung und Anschaffung
Hygiene ja früher einmal die Woche baden und heute duschen wir jeden tag wundern uns das die Haut trocken ist

Burmelchen Offline




Beiträge: 11.677

04.02.2013 23:40
#3 RE: Mein Gott, wie haben wir das nur überlebt?! Antworten

Ich kannte das schon, jede Zeit hat ihre Vor - und Nachteile, manches früher war gut und klasse, manches, nu ja. Wenn ich an einiges zurück denke, wunder ich mich manchmal, meine Kindheit überlebt zu haben und das ist mein voller Ernst!



Liebe Grüße, Susanne und die roten Chaoten

Die Rabauken Offline




Beiträge: 6.244

05.02.2013 03:24
#4 RE: Mein Gott, wie haben wir das nur überlebt?! Antworten

Eine jede Zeit hat ihre Vorteile und ganz ehrlich - ich möchte mit den Kindern heute nicht tauschen - hätte aber auch mit meiner Mutter nicht wirklich tauschen wollen - finsterstes Mittelalter. Und viele der Kinder heute können kaum einen Schritt ohne ihre Glucke tun - zu wenig Freiraum.
Ja auch ich hab Dinge getan die ich vielleicht nur mit Glück überlebt hab, aber ich hab's lange Zeit mit dem Motto gehalten "Lieber zu Tode leben, als ein Leben lang tot sein!" man könnte auch sagen "no risk no fun"




Es grüßen Die Rabauken & ihre Dosi Rosie

SindyK Offline




Beiträge: 5.908

07.02.2013 22:15
#5 RE: Mein Gott, wie haben wir das nur überlebt?! Antworten

Stimmt mit den Kidis von heute will ich auch net tauschen, obwohl manchmal wünschte ich mir das man wieder backpfeifen einführen würde das hat auch keinem geschadet, wenn ich so zu meinen Eltern gewesen wäre wie viel kids von heute dann wär ich heute nimmer am leben!
Das kommt eben von zu viel freiraum, weil die eltern nix mehr dürfen und nur noch arbeiten müssen und keine zeit mehr haben um sich um die kids zu kümmer und dann werden sie zu vollidoten und nennen dich sonst was wörter die ich hier nicht schreiben will!
Manache dinge sollte man wieder einführen "!



Ist der Hausdrachen und der besuchs Kater im Himmel, Tanzte schon die neue kleene ein!
:kitty2::kitty2::sm59:

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